Erinnern gegen das Vergessen

Erinnern gegen das Vergessen

- Holocaust-Überlebende Vera Dotan als Podiumsgast im Westfalen-Kolleg -

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Im Alter von 13 Jahren wird Vera Dotan als ungarische Jüdin 1944 zuerst mit ihrer Familie in das Budapester Getto, dann weiter nach Auschwitz verschleppt. Die die Familie wird getrennt - Vater und Bruder ermordet. Vera und ihre Mutter werden in das Außenlager Walldorf verschleppt und Vera arbeitet unter Dauerbombardement der Alliierten an dem Bau der Rollbahn für den Frankfurter Flughafen. Wegen der näher rückenden Front werden sie in das Vernichtungslager Ravensbrück geschafft, das Vera Dotan als „den allerschlimmsten Ort“ bezeichnet. Von dort werden Vera und ihre Mutter mit den anderen Frauen aus Ravensbrück auf den Todesmarsch geschickt. Während eines Luftangriffs gelingt ihnen die Flucht. Dies war eines der Wunder, die sie immer wieder haben überleben lassen, sagt Vera Dotan. Heute sei ihr Lebensziel das Erzählen über die Zeit des Holocausts, Kraft dafür gebe ihr ihre „herrliche Familie“.

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Die rund 250 Studierenden (besonders Geschichtskurse), die sich am 7.11. in der Cafeteria des Westfalen-Kollegs versammelt haben, um an dem Gespräch mit der Zeitzeugin teilzunehmen, sind ergriffen von der Persönlichkeit Vera Dotans und dem mit ruhiger Stimme vorgetragenen Bericht. Zahlreiche Fragen zeugen von dem Interesse der Kollegiaten. Doch nicht nur Fragen werden gestellt, die Studierenden sprechen Vera Dotan ihren großen Respekt und auch Dankbarkeit dafür aus, dass diese bereit ist, sie an der schrecklichsten Zeit ihres Lebens teilhaben zu lassen. Spontaner Applaus bekräftigt Vera Dotans Äußerung, dass sie erzähle um das Vergessen zu verhindern. Nach über zwei Stunden verlassen alle Beteiligten die Cafeteria des Westfalen-Kollegs mit dem Gefühl, einer besonderen Geschichtsstunde beigewohnt zu haben.

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